Artikel mit dem Tag "Blog 2017"



Elenor sah auf den Brief in ihren Händen, als glaube sie nicht wirklich, dass er zwischen ihren Fingern lag. Ihre Stirn war zerfurcht und der Blick aus ihren blassgrauen Augen war misstrauisch und ängstlich. Unsicher glitten ihre Augen über das dicht in blauer Farbe beschriebene Papier, über die kantigen, weit nach links gebeugten Buchstaben, die aussahen, als würden sie sich nur mit Mühe aufrecht halten. Als würde ein kurzes Zittern ihrer Hände genügen, um die Buchstaben zu Fall zu...

Es beginnt schon im Sandkasten: die Schaufel wird geklaut, die Sandburg zertreten, jemand schubst einen oder ist sonst irgendwie gemein. Und diese Täter-Opfer-Nummer gibt es potenziell jederzeit und überall: zwischen Eltern und Kindern, in der Schule oder im Büro. Täter- und Opfer-Rollen sind also allgegenwärtig. Der eine tut dem anderen irgendetwas an, klaut ihm eine Schaufel oder macht etwas wirklich Schlimmes, von Mobbing über Misshandlung bis hin zu Mord. Was fängt das Opfer jetzt...

Nervös sah Liguster zum Horizont. Fast wünschte er sich, Lori würde doch nicht auftauchen und er könnte so tun, als hätte er nie etwas von dieser vertrollten Prophezeiung gehört. Doch ein anderer Teil in ihm brannte darauf, mehr zu erfahren. Was, wenn wirklich gerade er etwas Besonderes sein sollte? Wenn der Name Liguster Zwingelwicht ihn gar nicht ausmachte und er nicht der schreiende Findelwicht war, der von Lysopril verspottet und von den anderen Wichten ignoriert wurde? Wenn er der...

Vor einiger Zeit habe ich einen Artikel über eine sogenannte Zero-Waste-Familie gelesen. Was das heißt? Na, Zero = O, Waste = Müll, Null Müll, eben. Wenn man ein wenig recherchiert, findet man dann immer wieder die seltsame Referenzgröße ‚Marmeladenglas‘, sprich: der nicht weiter verwertbare Müll von einem ganzen Jahr soll in ein Marmeladenglas passen. Beachtlich! Erzeugt doch sonst im Schnitt jeder Deutsche pro Jahr eine halbe Tonne Müll. Wie funktioniert sowas? Stoffbeutel alleine...

Liguster marschierte ungeduldig auf der Baumwurzel hin und her. Zwischendurch hielt er immer wieder inne und ließ seinen Blick aufmerksam über die Heidelandschaft schweifen. Nein, nichts. Er schüttelte den Kopf. Lori hatte doch gesagt, sie würde am nächsten Tag wiederkommen. Warum tat sie das dann nicht auch! Volle drei Tage schlug er hier nun schon die Zeit tot und langweilte sich entsetzlich. So hatte er sich das mit der Ruhe nicht vorgestellt. Wo blieb nur Lori? Er wollte endlich mehr...

Liguster rieb sich verwirrt die Augen und wollte gerade fragen, was zum großen Mutterbaum hier los war, als die junge Wichtin mit ihrem Fuß ausholte und tatsächlich noch einmal zutrat. "Au", sagte Liguster empört. "Bist du von allen guten Nimfen verlassen? Du kennst mich doch gar nicht." "Genau", gab sie zornig zurück und begann energisch hin- und herzumarschieren. "Ich kenn dich nicht und du kennst mich nicht. Ich frage mich also, beim heiligen Heidehügel, was du in meinem Haus zu suchen...

Auf seinen heimlichen Ausflügen war Liguster bisher nie besonders weit gekommen. Daher hatte er zunächst eigentlich überhaupt keine Ahnung, wohin er gehen sollte. Bis ihm die Karte in seiner mysteriösen neuen Tasche einfiel. Er sah sie sich lange und gründlich an. Und irgendwann, als ihm wiederholt aufgefallen war, dass er automatisch immer wieder auf die gleiche Stelle der Karte schaute, war ihm klar, wohin ihn seine Schritte lenken würden.

Wie kann man sich erklären, dass heutzutage schon die 30 bis 40jährigen so massiv über körperliche Zipperlein klagen als wären sie jenseits der 60? Das befremdet nicht nur die Schmerzgeplagten selbst, sondern auch die älteren Generationen. Schließlich ist das Leben dank der zahlreichen technischen Errungenschaften doch noch niemals so leicht gewesen wie heute, oder? Wenn man sich umhört, wohl eher doch nicht! Körperlich leichter heißt nämlich nicht auch geistig leichter. Im Gegenteil...

Sanft und getragen tanzten die Flötentöne durch den Garten, zogen durch die Luft, umschmeichelten zart Bäume, Blumen und Gräser. Sie waren so voller Sehnsucht und Gefühl, dass sie das Herz schwellen und die Gedanken träumen ließen. Es war wie ein Ballett von Sonnenstrahlen und Musik, für das der Garten die bunt und satt grün dekorierte Bühne war. "Da ist das Vieh", schrie da auf einmal Hannelore in einem heiseren Flüsterton und ergänzte mit aufgeregt zitternder Stimme: "Los, hau'...

"Eigentlich hast du das ja nicht verdient, du ungehobelter Findelwicht", keifte Malizia Gundelgruß und reichte Liguster widerwillig einen roten Zwingelhut. "Aber wenigstens bin ich dich Grobian dann endlich los. Räum nach dem Frühstück deinen Korb aus und hinterlasse dein Bett in einem ordentlichen Zustand." Es sah aus, als würde es sie eine große Überwindung kosten, als sie schließlich noch den traditionellen Zwingelwichtgruß zur Feier des sechzehnten Lebensjahres herauspresste:...

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