Gute Texte schreiben - Schreibschule zum Thema "Überschriften"

Gute Überschriften haben einen extrem großen Nutzen. Lesenden bieten sie schnelle Orientierung; Schreibenden bringen sie Leute, die ihre Texte lesen. Doch was macht gute Überschriften aus? Und wie findet man die passende Überschrift für seinen Text? 

 

Schreibschule: Passende Überschriften finden
Textbüro Blog | Überschriften | Bildquelle: pixabay.com, Free-Photos

Grundregeln für Überschriften

 

Jedes Medium, jede Textart hat eigene Regeln für Überschriften, zum Beispiel für Fragen wie: Wie lang sollen Überschriften sein? Wie soll die Überschrift aufgebaut sein und was gehört unbedingt hinein? Es gibt jedoch auch einige grundlegende Regeln, die für ALLE Überschriften gleichermaßen gelten.

 

Überschriften sollten immer …

  1. … so knapp wie möglich formuliert sein.
  2. … ehrlich Auskunft über das Thema des Textes geben.
  3. … erkennen lassen, auf welche Weise das Thema behandelt wird.
  4. … verraten, welchen Nutzen das Lesen des Beitrags bringt.

Dabei funktioniert die Überschrift wie ein Versprechen. Sie kündigt etwas an und erzeugt dadurch eine Erwartungshaltung. Wer möchte, dass sein Text gut ankommt und einem eine treue Leserschaft bringt, sollte daher in der Überschrift den Nutzen und den Inhalt des Textes ehrlich und korrekt zusammenfassen. Andersherum: Versprich nichts, was dein Text nicht halten kann. Das gilt für Hauptüberschriften genauso wie für Zwischenüberschriften.

 

Überschriften, die neugierig machen

 

Grundregeln schön und gut, aber ‚knapp und ehrlich‘ klingt für dich ziemlich langweilig? Und du fragst dich, wer – außer im wissenschaftlichen Kontext – nach einer langweiligen Überschrift schon weiterliest? Ein berechtigter Einwand! Schließlich ist die Überschrift die Tür zu deinem Text und wenn die wenig einladend aussieht, geht man auch nicht hindurch. Deswegen gibt es auch die dritte und vierte Grundregel. Schreibst du über ein Thema zum Beispiel humorvoll, verspielt, provokativ oder persönlich, dann sollte das auch schon in der Überschrift erkennbar sein: „Knallharte Headlines texten, auch wenn du nicht Chuck Norris heißt“, „Knackig, würzig, verlockend – 5 Tipps für erfolgreiche Überschriften“, „Wie Überschriften deine Klickraten durch die Decke gehen lassen – meine allerbesten Tipps für dich“. Mehr Tipps für catchy Online-Überschriften gibt es weiter unten (Gefunden und gelesen werden: Tipps für SEO-Überschriften).

Ist dein Beitrag sachlich informativ? Dann pfeif auf die Angst vor Langeweile! Eine nüchterne Überschrift ist dann genau richtig und spricht exakt die Zielgruppe an, die nach nüchterner, sachlicher Information sucht.

„Auf welche Weise das Thema behandelt wird“, meint also auch die Tonalität und damit auch den Nutzen. Mehr über die mögliche „Mission“ eines Textes (aka seinen Nutzen für potenzielle Leser:innen) findest du in meinen Blog-Beitrag zum Text-Briefing oder in meiner Checkliste für gute Texte.

 

Überschrift oder Text - was kommt zuerst?

Das Formulieren der Überschrift oder auch des Titels deines Textes sollte einer deiner letzten Arbeitsschritte sein. Denn so ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten, dass deine Überschrift auch wirklich zu deinen Inhalten passt.

Überlege dir schon beim finalen Korrektorat, wie du deinen Text optimal zusammenfassen und ankündigen kannst. Dann machst du dich an den Feinschliff der Überschrift.

Ganz am Anfang deiner Schreiberei ist dagegen eine grobe Formulierung von Überschriften und Zwischenüberschriften sehr sinnvoll. Denn so kannst du deinen Text super planen und eine inhaltliche Gliederung vornehmen. Vergiss nur nicht, diese Vorab-Überschriften ganz am Ende noch einmal kritisch zu überprüfen und gemäß der allgemeinen und besonderen Regeln für Überschriften anzupassen.

 

Eindeutige Überschriften formulieren – so funktioniert‘s

Diese Briefing Inhalte sind wichtig!
Darauf kommt es bei Überschriften an! | (c) Britta Stender

 

Die Überschrift ist das Aushängeschild deines Textes. Und dieses Aushängeschild kann in allen möglichen Zusammenhängen auftauchen, zum Beispiel im Inhaltsverzeichnis eines Magazins oder Sammelbands oder in einem Suchmaschinenergebnis. Deswegen muss deine Headline eindeutig sein und aussagekräftig genug, um ohne weitere Erklärung zu funktionieren. Beides ist wichtig, um die Leseerwartungen zu erfüllen und damit die Basis für eine langfristige Leser:innenbindung zu schaffen. Denk dran: Die Überschrift ist ein Versprechen.

 

Ist man mit Haut und Haar in seinem Text versunken, kann es einem jedoch schwerfallen, eindeutig zu formulieren. Man selbst hat den erklärenden Kontext schließlich im Kopf. Dann stelle dir vor, du müsstest einem vollkommen Fremden erklären, wovon dein Text handelt und zwar in einem einzigen Satz. In einem zweiten Schritt widmest du dich dem „So-knapp-wie-möglich“. Streiche also alles Überflüssige. Am Ende können nur noch Hauptworte, Adjektive, Präpositionen und ggf. Bindeworte da stehen. Tipp: Doppelpunkte und Gedankenstriche sind praktische Hilfsmittel, um Überschriften formal zu verkürzen.

 

Ein Beispiel:

 

Dieser Text handelt davon, wie man gute Überschriften für Texte schreibt, welche Regeln es dafür gibt und welche Tipps helfen können.

 

Der Text handelt davon, wie man gute Überschriften für Texte schreibt, welche Regeln es gibt und welche Tipps helfen können.

 

Gute Überschriften: Regeln und Tipps

 

Gelten für Zwischenüberschriften die gleichen Regeln?

 

Bei längeren Texten sind Zwischenüberschriften extrem wichtig. Sie strukturieren den Text inhaltlich und optisch und gestalten ihn so für deine Leser:innen übersichtlich. Als Faustregel für die Absatzlänge und damit auch hilfreich für die Formulierung der Zwischenüberschrift gilt: Behandle pro Absatz einen Gedanken. Die dringende Empfehlung zu Eindeutigkeit und Kontextunabhängigkeit gilt dabei vor allem für die Hauptüberschrift deines Textes. Zwischenüberschriften dürfen je nach Verwendung und Stil des Textes auch etwas weniger eindeutig sein, zum Beispiel um …

 

… neugierig zu machen (z.B. mit Fragen oder Behauptungen).

… den folgenden Absatz mit einer weiteren Bedeutungsebene zu hinterlegen.

… den Text durch ein Wortspiel aufzulockern.

 

Dennoch gilt immer: Eine sinnvolle Überschrift bezieht sich auf den folgenden Text und gibt Orientierung. Neben fehlender Eindeutigkeit und falschen Versprechungen in der Hauptüberschrift, sind Zwischenüberschriften, mit denen man nichts anfangen kann besonders häufige Überschriftenfehler.

 

Überschriften basteln mit Keywords

Was gehört in die Überschrift?
Was gehört in die Überschrift? | Bildquelle: pixabay.com, meineresterampe

 

Für wen ist dein Text interessant? Eine gute Überschrift berücksichtigt auch die Zielgruppe. Ganz gleich, ob dein Text im Web oder als Print erscheint, die Frage nach den Keywords ist dafür extrem hilfreich. Überlege dir dazu einfach, was deine potenzielle Leserschaft in eine Suchmaschine eingeben würden. Welche Schlüsselworte charakterisieren deinen Text? Zu welchen Suchabfragen sollte dein Text gefunden werden? Hast du dieses Keyword gefunden, kannst du damit nach Baukastenprinzip deine Überschrift basteln: [Keyword + konkreter Inhalt + Nutzen]

 

Beispiele:

  • Gute Überschriften schreiben – darauf musst du achten
  • Familienurlaub in Kroatien: die besten Hotels und Insider-Tipps
  • Leckere Apfelkuchen: Rezepte von schnell bis raffiniert

Tipp: Bei Online-Texten sollte das Keyword in der Überschrift möglichst weit vorne stehen, um von den Suchmaschinen besser gefunden zu werden. Das gilt sowohl für den Meta-Title als auch für die H1 (Überschrift der ersten Gliederungsebene).

 

 

Extra-Tipp: Suchmaschinen ignorieren so genannte Stoppwörter. Das sind Wörter, die besonders häufig benutzt werden wie zum Beispiel Artikel (der, die, das, einer, eine), Pronomen (ihre, seine) ,Konjunktionen (und, oder), Präpositionen (in, auf, an) oder Partikel (zu, aber). Deswegen darfst du deine Keywords auch mit ein bis Stoppwörtern spicken, um sie lesbarer zu machen. Ebenso kannst du zwischen die Keywords Bindestriche oder Kommata setzen, ohne dass es zu einer nennenswerten Verschlechterung deiner Platzierung in den Suchergebnissen führen würde. Übertreibe es allerdings auch nicht mit den Stoppwörtern und verwende lieber weniger als mehr. Bei zu vielen aufeinanderfolgenden Stoppwörtern innerhalb eines mehrteiligen Keywords riskierst du nämlich, dass die Suchmaschinen den Zusammenhang der Keywords nicht mehr erkennen. Ich empfehle als absolutes Maximum daher zwei aufeinanderfolgen Stoppwörter.

 

Gefunden und gelesen werden: Tipps für SEO-Überschriften

 

Überschriften im Web müssen kurz und präzise deutlich machen, wovon der Text handelt und dazu noch die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Denn die Konkurrenz im Netz ist immens und der User überfliegt die Suchergebnisse meist extrem schnell. Folgende Tipps können dir beim Ranking in den Suchergebnissen helfen und außerdem potenzielle Leser:innen zum Klicken bringen.

  1. Nutze in deiner Überschrift verheißungsvolle Power-Wörter. Mit ihnen kannst du Neugier wecken, Vertrauen schaffen, emotional ansprechen, Dringlichkeit betonen oder den Nutzen herausstellen. All das verleitet User leichter zum Klicken. Hier einige Beispiele:
    • Wörter wie unglaublich, spektakulär, erstaunlich, überraschend oder Geheimnis machen neugierig.
    • Wörter wie bewährt, sicher, Qualität, beste, getestet, geprüft oder professionell stärken das Vertrauen.
    • Wörter wie berührend, faszinierend, rührend, schrecklich, begeistern, Wunder unterstreichen die emotionale Wirkung.
    • Wörter wie aktuell, sofort, jetzt oder Gelegenheit drücken Dringlichkeit aus.
    • Wörter wie erfolgreich, praktisch, steigert, einfach, raffiniert, Tipps, Ideen oder Lösung betonen den Nutzen für die User.
  2. Für einen Ratgeber oder Anleitungstext verwende in der Überschrift Frageworte und kündige gleichzeitig die Lösung für ein Problem an (Wie du, Warum, Welche, Was, Wo), z.B.: Wie du kreative Überschriften findest.
  3. Wenn es zu deinem Text passt, wähle eine direkte Ansprache (du oder Sie) oder persönliche Formulierungen (unsere, meine, persönliche, Favoriten, Lieblings…). Beides erzeugt einen emotionalen Bezug und damit Interesse.
  4. Überlege dir Fragen, die sich deine Zielgruppe stellt und für die sie in deinem Text die Antwort findet, z.B.: Dir fällt es schwer passende Überschriften zu finden? Du willst endlich mehr Leserinnen haben?
  5. Nutze Superlative, sofern dein Text sie erfüllen kann. Sie drücken einen besonderen Nutzen, aus und heben deinen Text hervor. Z.B.: Die 8 besten Tipps für erfolgreiche Überschriften.
  6. Binde in deiner Überschrift Zahlen als Ziffern ein. Das empfiehlt sich vor allem bei Listicles oder Texten mit einer konkreten Anzahl an Fakten oder Tipps. Dabei wirken ungerade Zahlen besonders gut auf den Klickfinger.
  7. Biete Text-Extras in eckigen Klammern an, z.B. Tipps für das Texter-Briefing [Gratis-Vorlage] oder Was sind Füllwörter? [PDF zum Download].
  8. Verwende Aktiv-Formulierungen, um einen direkten Draht zu deiner Zielgruppe zu knüpfen, z.B.: Steigere deinen Traffic mit diesen 8 Tipps!

 

Wie lang dürfen SEO-Überschriften sein?

Wie lang dürfen SEO-Überschriften sein?
SEO-Überschriften | Bildquelle: pixabay.com, ThomasWolter

 

Bei Online-Texten gibt es neben dem H1-Titel des Textes noch den Meta-Title. Der wird zusammen mit der Meta-Description (Beschreibung) extra für die Suchmaschinen formuliert. Beides zusammen nennt man auch Snippet. Diese Meta-Informationen sind echt wichtig für dein Ranking in den Suchergebnissen. Sie sollten unbedingt dein Keyword enthalten und zwar möglichst weit vorne. Damit der Titel in den Suchergebnissen nicht unschön abgeschnitten wird, musst du auf die Länge deiner Überschrift achten. Dein Meta-Title sollte nicht länger sein als 55 Zeichen (inklusive Leerzeichen) oder 524 Pixel. Da Buchstaben unterschiedlich groß sind, ist die Umrechnung in Pixel per Tool gerade dann eine sinnvolle Sache, wenn du dir wegen der Länge unsicher bist. Diese Gesamtlänge deines Titels sollte sich dann auf fünf bis acht Worte verteilen. Denn das ist rein statistisch die Wortmenge, die die höchsten Klickraten erzielt.

Auf der Landingpage ist die Hauptüberschrift (H1) besonders wichtig. Auch hier solltest du dein Keyword unterbringen und die Länge im Rahmen halten. Die Zwischenüberschriften dürfen auch länger sein. Berücksichtige dabei jedoch, dass auch sie eine schnelle (!) Orientierung bieten sollen.

 

Allgemeine Grammatik-Regeln für Überschriften

 

Es sind zwar nur wenige, aber es gibt tatsächlich eigene Grammatik-Regeln für Überschriften. Zu allererst einmal: Überschriften haben keinen Punkt am Ende, egal ob die Überschrift aus einem ganzen Satz oder nur einem einzigen Wort besteht. Fragen und Ausrufe werden dagegen auch in der Überschrift durch die entsprechenden Satzzeichen am Ende gekennzeichnet. Fragezeichen und Ausrufezeichen müssen also gesetzt werden. Setzt sich deine Überschrift aus mehreren Sätzen zusammen, erfolgt die Zeichensetzung – bis auf den fehlenden Punkt am Ende – nach dem üblichen Regelwerk. Kommata, Gedankenstriche und Doppelpunkte werden in der Überschrift also ganz normal verwendet, auch bei Halbsätzen. Das heißt, nach einem Gedankenstrich schreibst du klein weiter und auf einen Doppelpunkt folgt nur bei einem vollständigen Satz Großschreibung.

 

Sind damit all deine Fragen zu Überschriften beantwortet? Wenn nicht, schreib deine Frage gerne in den Kommentar und ich beantworte sie schnellstmöglich!

 


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