kolumnenarchiv

Kultur & Gesellschaft

Was? Wir haben gar keinen Weltfrieden?

Kunst entführt in andere Welten, Kunst deckt Verborgenes auf, Kunst kontrastiert die eigene Wirklichkeit. Eigentlich alles wunderbar. Dennoch macht mir letzeres gerade schwer zu schaffen. Der Film Machine Gun Preacher hat mir nämlich etwas vor Augen geführt, über dessen Ausmaße ich mir vorher in keiner Weise bewusst war. Kurzfassung: Während ich Kräuterbrötchen für die Faschingsfeiern meiner Jungs backe, werden anderswo auf der Welt Kinder gezwungen, die eigene Mutter zu töten, um sich und den kleinen Bruder zu retten. Sie werden zu Soldaten gemacht, misshandelt, gefoltert, verkauft. Die Frage ist, was soll ich nun mit solchen Informationen anfangen? Ich meine, außer zu heulen...

 

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Putzen: Lust, Last und noch mehr...

 

Der Suchbegriff "putzen" bringt auf YouTube 182.000 Treffer, auf Google über 9 Millionen!!! DAS hätte ich nicht erwartet. Auch nicht, dass es diverse Videos gibt, bei denen man Leuten beim Putzen zuschauen kann. (Schon sehr seltsam, oder? Nach welchem Prinzip funktioniert das - anderen beim Arbeiten zusehen als Form der Entspannung?) Na jedenfalls habe ich da wohl ein brandheißes Thema erwischt. Brandheiß und erstaunlich vielfältig. Von Putzkultur bis Putzneurose, von Wellness-Putzen bis hin zum Putzen als Geißel des Alltags – es ist alles dabei... bestimmt auch wieder eine schockierende Verschwörungstheorie...

 

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Der Todes-Simulator. Warum Leute das Sterben üben…

In der Romantik war eine gewisse Todessehnsucht absolut in. Sterben war sowas wie ein Prozess der Einswerdung mit Gott, ein Nach-Hause-Kommen, die Erlösung schlechthin. Heute ist die Sehnsucht nach dem Tod eher das befremdliche Kennzeichen von Suizidgefährdeten in der Geschlossenen, auch wenn insgeheim Viele solche 'schwachen' Momente der Todessehnsucht kennen. Als gesund gilt trotzdem eine gewisse Angst oder zumindest ein Unbehagen vor dem Tod. Schließlich hat alle Wissenschaft bisher nicht beweisen können, was danach kommt. „Warum also gegen diese Angst nicht schon mal ein bisschen das Sterben üben?“, dachten sich die Chinesen und erfanden flugs den … 'Todes-Simulator'.

 

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Vom Stotterschlaf und der Frühstücksstarre

Neulich war mal wieder so eine Nacht, in der ich mit jeder Faser fühlte, wie wichtig Schlaf sein kann. Mein Mann praktizierte nämlich so eine Art Guantanamo-Folter-Freistil, indem er jedes Mal wenn ich gerade dabei war einzuschlafen, hochdramatisch hustete und keuchte. War ihm gerade nicht nach Husten, schnarchte er mit allem Drum und Dran an Begleitgeräuschen: schniefen, röcheln, schnaufen. Legte mein Mann dann mal eine Pause ein, so dass ich dachte: "Jetzt kann ich endlich schlafen", wurde mein jüngster Sohn als Schlafgast des Terrors aktiv: Knie in den Rücken, Ellbogen in die Seite oder Fuß in den Oberschenkel gebohrt. Und wenn ich es auch nur wagte, mich zu ihm zu drehen, um seine kleinen, spitzen Körperteile aus meinem Schlafbereich zu entfernen, dann wartete er schon darauf, mir den Atem des Todes hingebungsvoll ins Gesicht zu hauchen...

 

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Die religiöse Botschaft vom 'frohen Schaffen'

„Liebe Arbeit, bitte mach‘, dass ich immer zu essen und ein Dach über den Kopf habe. Zeige mir wer ich bin und erlöse mich von der Todsünde der Faulheit!“ Dieses kleine Gebet an das abstrakte Götzenwesen Arbeit klingt doch erstaunlich stimmig, oder?! Tatsächlich sprechen viele Indizien dafür, dass Arbeit als Religion funktioniert. Davon müssen wir jetzt nur noch das Finanzamt überzeugen. Denn dann können wir statt der hohen Einkommenssteuer die viel geringere Kirchensteuer zahlen… Stark!

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