Kolumnenarchiv

2017

7 Artikel

Die Täter-Opfer-Sache Teil 1: Vergeben und vergessen aus Opfersicht

Es beginnt schon im Sandkasten: die Schaufel wird geklaut, die Sandburg zertreten, jemand schubst einen oder ist sonst irgendwie gemein. Und diese Täter-Opfer-Nummer gibt es potenziell jederzeit und überall: zwischen Eltern und Kindern, in der Schule oder im Büro. Täter- und Opfer-Rollen sind also allgegenwärtig. Der eine tut dem anderen irgendetwas an, klaut ihm eine Schaufel oder macht etwas wirklich Schlimmes, von Mobbing über Misshandlung bis hin zu Mord. Was fängt das Opfer jetzt mit seinem Schmerz und seiner Wut darüber an? Schiebt es beides beiseite? Rächt es sich? Fordert es Wiedergutmachung oder vergibt es dem Täter? Am besten für die eigene geistige wie körperliche Gesundheit soll ja das mit der Vergebung sein. Allerdings muss man das erstmal hinbekommen, denn Vergebung hat eindeutig (!) etwas jesus-guru-artiges an sich. Und wer ist schon Jesus?

 

mehr lesen 0 Kommentare

Plastikfasten & Co. - macht Müll vermeiden zum Öko-Freak?

Vor einiger Zeit habe ich einen Artikel über eine sogenannte Zero-Waste-Familie gelesen. Was das heißt? Na, Zero = O, Waste = Müll, Null Müll, eben. Wenn man ein wenig recherchiert, findet man dann immer wieder die seltsame Referenzgröße ‚Marmeladenglas‘, sprich: der nicht weiter verwertbare Müll von einem ganzen Jahr soll in ein Marmeladenglas passen. Beachtlich! Erzeugt doch sonst im Schnitt jeder Deutsche pro Jahr eine halbe Tonne Müll. Wie funktioniert sowas? Stoffbeutel alleine reichen da nicht. Nein, Extrem-Müllvermeider nutzen Popoduschen statt Klopapier, selbstgemachtes Waschmittel und Klebe aus Mehl, Stärke und Wasser. Klingt schon sehr nach unrasierten Achseln und Birkenstocksandalen, oder? Aber, kein Grund, sich abschrecken zu lassen. Im Gegenteil!

mehr lesen 0 Kommentare

"Und sie lebten glücklich bis..." - Geheimnisse einer guten Ehe

So ganz aus der Mode gekommen, ist die Ehe scheinbar immer noch nicht. Nein, wie sich aktuell zeigt, ist die "gesetzlich anerkannte Lebensgemeinschaft" (=Duden) sogar ein hart umkämpftes Recht. Weil die Ehe eben nicht nur für private Romantik, sondern auch für staatliche Anerkennung und gesellschaftliche Integration steht. Tja, nun dürfen auch in Deutschland gleichgeschlechtliche Paare heiraten. Das ist wichtig und schön. Punkt. Dennoch ist es bittere statistische Wahrheit, dass nur knapp mehr als jede zweite Ehe hält, ganz gleich ob man den Traum vom gemeinsamen Altwerden mit allem zur Verfügung stehenden Kitsch der Hochzeitsindustrie zelebriert und sich in inbrünstiger Überzeugung die ewige Liebe schwört oder nur nüchtern im Standesamt heiratet. Und der Grund dafür? Natürlich eine Verschwörung! Um ihr auf die Schliche zu kommen, muss man sich nur fragen, wer von dem ganzen Hochzeits-Scheidungs-Zirkus am meisten profitiert. Ich tippe ja auf die Spielzeug-Industrie, die an geschiedene Eltern mal eben so die doppelte Menge an Spielzeug verkauft... Aber heute soll es hier ausnahmsweise mal nicht um die Verschwörung gehen, sondern darum, wie man sie am besten sabotiert. Und dazu gibt es nur eins: verheiratet bleiben.

 

mehr lesen 0 Kommentare

Psychosomatik für Anfänger

Wie kann man sich erklären, dass heutzutage schon die 30 bis 40jährigen so massiv über körperliche Zipperlein klagen als wären sie jenseits der 60? Das befremdet nicht nur die Schmerzgeplagten selbst, sondern auch die älteren Generationen. Schließlich ist das Leben dank der zahlreichen technischen Errungenschaften doch noch niemals so leicht gewesen wie heute, oder? Wenn man sich umhört, wohl eher doch nicht! Körperlich leichter heißt nämlich nicht auch geistig leichter. Im Gegenteil sorgen mangelnde Bewegung bei gleichzeitiger digitaler Informationsflut für eine ständige geistige Überlastung. Und da in jedem Normalo auch ein Fizzelchen von Jedi-Macht steckt, manifestiert sich der belastete Geist kurzerhand in echten körperlichen Beschwerden. Hallooo Psychosomatik!

 

mehr lesen 0 Kommentare

"Hast du einen Tumor, oder was?!" - Pubertierende, wohin man schaut...

 

Wenn man sich mal anschaut, was derzeit so auf der weltpoltischen Bühne passiert, stellt man als Eltern von pubertierenden Sprösslingen erschreckende Parallelen zu den heimischen Vorgängen fest: unsinniges Grenzen-Austesten, Eingehen unkalkulierbarer Risiken, übertriebene und sprunghafte Reaktionen, beleidigendes und überhebliches Verhalten, Besserwisserei, Gott-Komplexe und dergleichen mehr. Bei den Jugendlichen ist der Grund dafür ein massiver Umbau der Hirnstruktur, bei der über einen langen Zeitraum das emotionale Zentrum des Gehirns den Ton angibt. Da stellen sich doch unwillkürlich einige Fragen: Sind Trumpeltier, Irrogan & Co. etwa Gefangene ihrer nicht enden wollenden Pubertät? Müssen Eltern die Pubertät ihrer Kinder wirklich aushalten oder gibt es irgendwo einen Notausgang? Und macht die pubertäre Elternhölle irgendeinen Sinn oder ist sie nichts weiter als eine evolutionäre Fehlentwicklung?

 

mehr lesen 0 Kommentare

Was? Wir haben gar keinen Weltfrieden?

Kunst entführt in andere Welten, Kunst deckt Verborgenes auf, Kunst kontrastiert die eigene Wirklichkeit. Eigentlich alles wunderbar. Dennoch macht mir letzeres gerade schwer zu schaffen. Der Film Machine Gun Preacher hat mir nämlich etwas vor Augen geführt, über dessen Ausmaße ich mir vorher in keiner Weise bewusst war. Kurzfassung: Während ich Kräuterbrötchen für die Faschingsfeiern meiner Jungs backe, werden anderswo auf der Welt Kinder gezwungen, die eigene Mutter zu töten, um sich und den kleinen Bruder zu retten. Sie werden zu Soldaten gemacht, misshandelt, gefoltert, verkauft. Die Frage ist, was soll ich nun mit solchen Informationen anfangen? Ich meine, außer zu heulen...

 

mehr lesen 0 Kommentare

Zwanghafte Unvernunft, biblische Sünden und künstliche Intelligenz

Was treibt einen bloß dazu, Sachen zu tun, die so total unvernünftig und bescheuert sind? Zum Beispiel Junk-Food in sich reinzustopfen, obwohl man abnehmen möchte. Oder die halbe Nacht das spannende Buch zu lesen, obwohl um sechs Uhr morgens wieder der Wecker klingelt... Dabei weiß man doch schon vorher, dass man es am Ende wieder bereut. Liegt es vielleicht an einer standardmäßig in der menschlichen Psyche verankerten Trieb-Neurose ? Oder ist es sowas wie die Besessenheit von einem Unvernunfts-Dämon?  Oder ist es einfach nur die biblische "Schwäche des Fleisches"? Ich gehe dem nach!

 

mehr lesen 0 Kommentare